Sind Zeichen und Wunder eine Methode der Ausbreitung des Evangeliums?

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In meiner aktuellen Facharbeit für das Fach „Biblische Theologie der Mission“ setze ich mich mit John Wimber und seinem „power evangelism“-Ansatz auseinander. Seine These: Größeres und schnelleres Gemeindewachstum geschieht dann, wenn wir in der Evangelisation im Namen Jesu übernatürliche Zeichen und Wunder wirken. Dies öffnet Menschen für das Evangelium. Ich vergleiche seine These mit den Wunderberichten aus den Missionsreisen des Paulus. 

Ein Ausschnitt aus meiner Facharbeit mit dem Titel „Power Evangelism“ -Wunderwirkungen als Methode der Ausbreitung des Evangeliums auf den Missionsreisen des Paulus?

In der Apostelgeschichte und speziell auf den Missionsreisen des Paulus, ist deutlich zu erkennen, dass der Apostel den Glauben auf das gepredigte Wort begründet haben will (Apg 17,12; Apg 18,4 u.v.m.). Dies schlägt sich auch in den Briefen des Paulus nieder, in welchen so gut wie keine Rede von Krankheit und Heilung ist.  Bei Wimber gründet die Gewissheit des Glaubens aber auf der Erfahrung von Zeichen und Wundern.  Hiermit geschieht eine Schwerpunktverschiebung hin zu einer falschen Abhängigkeit: Der Mensch wird abhängig von Zeichen und Wundern, damit er glauben kann. Vor einer solchen Abhängigkeit hat Jesus mehrfach in den Evangelien gewarnt und hat die gerühmt, die trotz fehlender Zeichen, zu glauben wagten (Mt 16,4; Joh 4,48; Joh 20,29). Zeichen und Wunder entpuppen sich gar als äußerst gefährlich, wenn sie als Grundlage für den Glauben fungieren: Von den „letzten Tagen“ berichtet Jesus, dass Zeichen und Wunder einen satanischen Ursprung haben können (Mt 24,24)!
Dass der christliche Glaube nicht nur aus Heilungen und Dämonenaustreibungen besteht, sondern auch Leiden und Sterben kennt (2Kor 12,7ff; Hebr 12,32ff), unterschlägt John Wimber in seinem „power evangelism“-Ansatz.  Manchmal möchte Gott nicht Heilung, sondern vielmehr seine Nähe und seinen Trost zum Ertragen des Leides, schenken. Wenn Wimber der westlichen Christenheit vorwirft, dass sie wegen ihrer materialistischen Ausrichtung nicht mehr offen für göttliche Zeichen und Wunder sind, muss er sich auch die Anfrage gefallen lassen, ob nicht auch er von der westlichen Gesundheits- und Diesseitsorientierung, bei dem körperliche Unversehrtheit im Mittelpunkt steht, ergriffen wurde.

Wer mehr darüber wissen will bzw. die Arbeit lesen will, kann mich kontaktieren.

Eine Antwort »

  1. wird wohl… das Erdbeben im Knast von Phillipi (Apg 16) war wohl auch nur wg. dem Gefängniswärter geschehen, da Paulus und Silas am nächsten Morgen eh entlassen worden wären….

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